Das Wichtigste in Kürze
- Die Volatilität misst, wie stark der Wert deines Portfolios schwankt - je höher, desto unruhiger der Verlauf.
- Talantor zeigt sie annualisiert in Prozent pro Jahr, berechnet aus den täglichen Renditen deines echten zeitgewichteten Wertverlaufs.
- Sie ist ein Maß für Risiko im Sinne von Unsicherheit, nicht für Verlust: Ausschläge nach oben zählen genauso wie nach unten.
Was ist Volatilität?
Die Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite deiner Rendite. Technisch ist sie die Standardabweichung der Renditen: Wie weit weichen die einzelnen Tagesergebnisse im Schnitt von ihrem Mittelwert ab? Ein ruhiges Portfolio mit kleinen, stetigen Bewegungen hat eine niedrige Volatilität; eines mit großen Sprüngen nach oben und unten eine hohe.
Wichtig: Volatilität unterscheidet nicht zwischen Gewinn und Verlust. Ein kräftiger Kurssprung nach oben erhöht die Kennzahl genauso wie ein Einbruch. Sie misst also Unsicherheit, nicht Schaden - für das reine Verlustrisiko gibt es eigene Kennzahlen wie den Maximum Drawdown oder die Sortino-Ratio.
Wie Talantor sie berechnet
Talantor nimmt die täglichen Renditen aus deinem zeitgewichteten Wertverlauf (also bereinigt um deine Ein- und Auszahlungen) und bildet daraus die Standardabweichung. Weil dieser Verlauf für jeden Kalendertag einen Wert hat - an Wochenenden und Feiertagen wird der letzte Kurs fortgeschrieben - wird auf Kalendertagsbasis hochgerechnet: die Tagesschwankung wird mit der Wurzel aus 365 multipliziert. So entsteht die annualisierte Volatilität in Prozent pro Jahr.
Wie du den Wert einordnest
Als grobe Orientierung: Ein breit gestreutes Aktienportfolio bewegt sich langfristig oft im mittleren zweistelligen Prozentbereich pro Jahr, einzelne Aktien deutlich darüber, ein Mischdepot mit Anleihen darunter. Entscheidend ist weniger der absolute Wert als der Vergleich - mit deinem eigenen Verlauf über die Zeit oder zwischen verschiedenen Strategien.
Ein anschauliches Beispiel: Liegt die Volatilität bei 15 % pro Jahr, schwankt die Jahresrendite bei üblicher Annahme in rund zwei von drei Jahren etwa im Bereich von plus/minus 15 % um ihren Mittelwert. Das ist eine Faustregel, keine Garantie - reale Märkte haben mehr extreme Ausschläge, als diese einfache Annahme unterstellt.
Gut zu wissen
Eine hohe Volatilität ist nicht per se schlecht. Wer langfristig anlegt und Schwankungen aussitzen kann, wird über die Sharpe- und Sortino-Ratio dafür belohnt, wenn die Rendite die Schwankung rechtfertigt.